Das Weißgerberhaus - Haus Nr. 225

Haus-Nr. 225
Das Anwesen in der St.-Lorenz-Straße 15 (Haus-Nr. 225), historisch als Weißgerberhaus bekannt, weist eine dokumentierte Geschichte auf, die bis in das späte 17. Jahrhundert zurückreicht. Die Chronik beginnt 1683 mit der Schlosserfamilie Leyerer, welche das Haus bis 1713 besaß. Danach prägte die Weißgerber-Dynastie Lanz über ein Jahrhundert lang das Anwesen; beginnend mit Leonhard Lanz im Jahr 1713 wurde das Handwerk über Generationen hinweg vom Vater an den Sohn weitergegeben.
Ein bedeutender Wendepunkt war der Tod des ledigen Weißgerbers Paul Lanz im Jahr 1859. Da er keine direkten Erben hatte, vermachte er sein Vermögen testamentarisch dem örtlichen Armenfonds. Die Zinsen aus diesem Kapital sollten jährlich an bedürftige Bürger über 60 Jahre verteilt werden, die im Gegenzug in der St.-Lorenz-Kirche für sein Seelenheil beten mussten. Im Rahmen einer öffentlichen Versteigerung erwarb der Maurermeister Andreas Mändl 1860 das Anwesen für 1900 fl. und ließ es grundlegend renovieren, bevor er es bereits 1861 an den Privatier Michl Bogner weiterverkaufte.
Nach einem weiteren Besitzerwechsel an den Bauern Michl Karg im Jahr 1862 und den Sattler Franz Josef Gruber im Jahr 1876 gelangte das Haus 1893 in den Besitz des praktischen Arztes Dr. Karl Englberger. Dr. Englberger war aufgrund seines Wirkens als Krankenhausarzt und seiner volksnahen Art hochgeschätzt und wurde 1930 zum Ehrenbürger der Stadt Berching ernannt. Nach seinem Tod im Jahr 1937 wurde das Haus kurzzeitig von Ernst Englberger geführt, bevor es 1941 an die Familie Amon überging. Die lückenlose Dokumentation der weiteren Eigentümer ist aus Datenschutzgründen im Stadtarchiv hinterlegt.
Heutige Adresse: St.-Lorenz-Str. 15
Auszug aus dem Häuserbuch Haus-Nr. 225 (161,4 KB)