Das „Reitermetzgerhaus“ - Haus Nr. 222

Haus-Nr. 222
Das Anwesen St.-Lorenz-Straße 9 (ehemals Haus Nr. 222), das historisch als das „Reitermetzgerhaus“ bekannt ist, blickt auf eine lange Tradition als Sitz von Metzgern und Gastwirten zurück. Bereits im 17. Jahrhundert wurde das Gebäude von Metzgern wie Wolf Freisinger bewohnt, und im 18. Jahrhundert verfügte das Haus unter Anton Hufnagel über eine Bierwirtsgerechtsame sowie die Erlaubnis zum Branntweinhandel. Über mehrere Generationen hinweg prägte die Familie Bauer den Standort, wobei Josef Bauer und später Andrä Bauer das Anwesen als Metzger und Wirte führten. In dieser Zeit, um 1836, bestand das Anwesen aus einem Wohnhaus mit Stadl und einem Anbau.
Im Jahr 1865 erwarb Martin Wittl das Haus durch Kauf beziehungsweise Tausch. Er erweiterte das Geschäftsfeld um den Vieh- und Pferdehandel, den seine Witwe nach seinem Tod im Jahr 1895 zunächst weiterführte, bevor sie das Anwesen gegen das Haus Nr. 278 eintauschte. Nach einem kurzen Zwischenspiel durch die Gastwirtswitwe Magdalena Stimpfl erwarb 1899 der Metzgermeister Franz Seraph Lindner das Gebäude. Seine Tochter Sabina brachte das Anwesen schließlich durch ihre Heirat im Jahr 1904 an den Metzgermeister Max Stark aus Haunsfeld. Die Familie Stark führte die Gastwirtschaft und Metzgerei über viele Jahrzehnte hinweg, wobei Max Stark das Anwesen bis zu seinem Tod im Jahr 1948 besaß. Wie bei allen Berchinger Hauschroniken sind die Daten der jüngsten Generationen zum Schutz der Privatsphäre unter Sperrfristen gestellt, können jedoch im Stadtarchiv für Forschungszwecke eingesehen werden.
Heutige Adresse: St.-Lorenz-Straße 9
Auszug aus dem Häuserbuch Haus-Nr. 222 (157,0 KB)