Das „ehemalige Hochfürstliche Mauthaus“ - Haus Nr. 219

Haus-Nr. 219
Das Anwesen St.-Lorenz-Straße 3 (ehemals Haus Nr. 219) ist historisch als das „ehemalige Hochfürstliche Mauthaus“ bekannt. Nachdem es im 17. und frühen 18. Jahrhundert zunächst Handwerkern wie Schreinern und Schmieden als Wohn- und Arbeitsstätte gedient hatte, befand es sich zwischen 1754 und 1810 in hochfürstlichem Besitz. Nach der Säkularisation ging das Gebäude 1810 in Privatbesitz über und wurde unter anderem vom Stadtschreiber Josef Rumpf bewohnt. Im Jahr 1839 erwarb der Krämer und Magistratsrat Xaver Edelmann das Haus, musste jedoch 1856 Konkurs anmelden, woraufhin das Anwesen versteigert wurde.
Den Zuschlag erhielt der Kaufmann Klemens Schneeberger, der das heruntergekommene Geschäft zu beachtlicher Größe führte und 1887 ein Warenlager errichtete. Sein gleichnamiger Sohn übernahm den Betrieb 1890, lehnte jedoch 1902 die Wahl zum Bürgermeister ab, verkaufte das Anwesen und zog nach München. Nachfolger wurde Friedrich Zistl, der das Haus als Kaufhaus für Textilwaren etablierte und dem Stadtrat angehörte. Unter seinem Erben Fritz Zistl geriet die Firma 1932 in den Konkurs, konnte sich aber noch bis 1949 halten. Nach einem kurzen Zwischenspiel durch den Kaufmann Markus Rührmeyer wurde der Betrieb schließlich im November 1953 eingestellt. Die detaillierte Chronik ist im Stadtarchiv Berching für die Forschung hinterlegt.
Heutige Adresse: St.-Lorenz-Str. 3
Auszug aus dem Häuserbuch Haus-Nr. 219 (157,6 KB)