Das Fuhrerhaus - Haus Nr. 218

Haus-Nr. 218
Das Anwesen St.-Lorenz-Straße 1 (ehemals Haus Nr. 218), bekannt als das „Fuhrerhaus“, blickt auf eine lange Tradition als Standort für Handwerk und Gastronomie zurück. Ursprünglich im 17. Jahrhundert im Besitz der Rotgerberfamilie Knör, entwickelte sich das Gebäude zu einer bedeutenden Betriebsstätte mit realer Gastwirtschaftsgerechtsame und Braurecht. Nach verschiedenen Eigentümerwechseln im 18. und frühen 19. Jahrhundert, darunter Bäcker und Essigsieder, erwarb der Brauer Kaspar Meyer das Anwesen im Jahr 1852 und festigte dessen Status als Brauerei und Wirtschaft.
Im Jahr 1875 übernahm Josef Geyer, der aus Kastl nach Berching übersiedelte, den Betrieb. Sein Sohn, ebenfalls Josef Geyer, übernahm das Haus im Jahr 1900. Er führte die Gastwirtschaft fort, gab jedoch nach dem Ersten Weltkrieg den Brauereibetrieb auf. Eine grundlegende Erweiterung des Geschäftsspektrums erfolgte unter dem Schlossermeister Clemens Geyer, der das Anwesen 1953 im Erbwege übernahm. Er unterhielt dort eine größere Autoreparaturwerkstätte und führte gleichzeitig die Gastwirtschaft weiter. In den späten 1950er und 1960er Jahren war das Anwesen als kombinierter Betrieb aus Gaststätte, Tankstelle, Kraftfahrzeughandel und Werkstatt offiziell als Gewerbe eingetragen. Die lückenlose Dokumentation dieser wechselvollen Geschichte wird im Stadtarchiv Berching verwahrt.
Heutige Adresse: St.-Lorenz-Str. 1
Auszug aus dem Häuserbuch Haus-Nr. 218 (165,0 KB)