Die Berchinger Vorstadt

Turm beim Krapfentor - Haus Nr. 191

Haus-Nr. 191

Das Gebäude an der Bahnhofstraße 40 in Berching, auch bekannt als der „Turm beim Krapfentor“, gehört zu den Stadttoren der Vorstadt. Es hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht und mehrere Besitzerwechsel dokumentiert. Ursprünglich war es im Besitz von Theres Dintenfelder (1814 bis 1847), einer Witwe, die das Gebäude durch Kauf erwarb. Später gehörte der Turm Johann Holzapfel, einem Taglöhner, der von 1847 bis 1862 der Besitzer war. Nach ihm übernahm Andreas Lipp, ebenfalls ein Taglöhner, das Gebäude durch Heirat mit Holzapfels Witwe.

In den folgenden Jahrzehnten wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer, darunter Anna Karoline Müller, die 1898 das Gebäude kaufte und umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchführen ließ. 1926 erwarb die Stadtgemeinde Berching den Turm, der nach umfassender Restaurierung als Heimatdankstiftung für den Dichter Dr. Heinz Schauwecker genutzt wurde. Der Turm diente von da an Künstlern als Ferienaufenthalt und war mit Möbeln ausgestattet, die von Handwerkern aus der Stadt gefertigt und bemalt wurden. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs wurde die Wohnung Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Ab 1969 gab es Pläne, den Turm wieder zu sanieren, was jedoch bis 2020 nicht gelang. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und ist ein wichtiger Bestandteil der Berchinger Stadtgeschichte.

 

Heutige Adresse: Bahnhofstr. 40

Auszug aus dem Häuserbuch Haus-Nr. 191 (107,8 KB)