Die Berchinger Vorstadt

Das Flurerhaus - Haus Nr. 184

Haus-Nr. 184

Das Haus in der Bahnhofstraße 17, das sogenannte „Flurerhaus“, war zunächst ein gewöhnliches Wohnhaus verschiedener Handwerker wie Schuster, Metzger oder Fuhrleute. Im 18. Jahrhundert bekam es jedoch seine eigentliche Bedeutung, als dort mehrere Generationen von Flurern lebten, die zugleich oft auch als Totengräber tätig waren. Damit wurde das Haus zu einem typischen Wohnort von Gemeindedienern.

Ein Flurer war für die Ordnung außerhalb der Stadt zuständig: Er überwachte Felder, Wiesen und Grenzen, schützte die Ernte vor Diebstahl und achtete darauf, dass die Regeln der Flur eingehalten wurden. Er war also eine Art früher Aufseher für die landwirtschaftlichen Flächen der Gemeinde.

Zeitweise wohnte im Haus auch ein Nachtwächter, was gut zum Charakter des Gebäudes passt. Der Nachtwächter sorgte nachts innerhalb der Stadt für Sicherheit, kontrollierte Straßen und Tore und warnte die Bürger vor Gefahren wie Feuer oder Dieben . Während der Flurer also „außen“ für Ordnung sorgte, war der Nachtwächter für die Sicherheit „innen“ zuständig.

Insgesamt zeigt die Geschichte des Hauses, dass es vor allem von einfachen, aber wichtigen Gemeindediensten geprägt war: vom Handwerk hin zu Funktionen wie Flurer, Nachtwächter und Totengräber, die alle zentrale Aufgaben für das Zusammenleben in der Stadt erfüllten.

Heutige Adresse: Bahnhofstraße 17

Auszug aus dem Häuserbuch Haus-Nr. 184 (106,4 KB)