Baden

Brief des Pfarrers von Pollanten, den 21. August 1867

An den Magistrat der Stadt Berching, Baden betr.

„Mehrere Knaben haben sich zunächst der Stampfermühle einen Badeplatz in der Sulz ausgewählt, wo sie sich an den Sonn- und Feiertagen nachmittags und an den Markttagen abends einfinden. Der Unterfertigte mußte schon mehrmals Zeuge von Benehmen sein, durch die er in seinem Innern empört wurde. Man sieht sich im Interesse der Sittlichkeit veranlasst, hiervon Anzeige zu machen, durchdrungen dem Wunsche, daß diesen Vandalen, überhaupt dem Baden an einem so offenen Platz zunächst der Landstraße, ein Ende gemacht werde.“

 

Schreiben des Stadtpfarrers Asam am 11. Juli 1884, Baden der Jugend betr.

„So wie ich hörte und wie ich mich ganz zufällig persönlich am 7. und 8. des Monats abends wieder überzeugte, dauert der Unfug, gegen welchen ich seit meines Hierseins, also über 20 Jahre, mich vergebens bemühte, fort, daß der Platz neben der Stampfermühle und entlang des pfarrlichen Mühlackers von den Schulkindern und auch mehr erwachsenen jungen Burschen zum Baden benutzt wird, meist mit großem Geschrei und mit Beschädigung des Getreides, wie wieder sich überzeugt werden kann. Da dieser Ort wegen der so großen Nähe und ihrer freien Aussicht von allen Seiten jedenfalls der öffentlichen Sittlichkeit wegen als ungeeignet erscheint, so stelle ich nochmals die Bitte, in geeigneter Weise, etwa durch öfteres Nachsehen der Polizeisoldaten und durch geeignete Bekanntmachung, daß dieser Ort verboten und der abgegrenzte Platz nur benutzt werden dürfe, diesem Unfuge steuern zu wollen. Ortspolizeiliche Anordnung dürfte erwünscht sein.“

 

Brief des Stadtpfarrers Rabl als Vertreter der Lokalschulinspektion v. 16.Juni 1917

„Durch zuverlässige Personen habe ich in Erfahrung gebracht, daß seitens der schulpflichtigen männlichen Jugend in polizeilich nicht angewiesenen Plätzen gebadet wird und hierbei arge Ausschreitungen vorkommen. So haben am Sonntag den 10. d. M. mehrere Feiertagsschüler in der nächsten Nähe der Neumarkter Straße gebadet (nicht weit von der Cementfabrik) und sind hierbei nackt über die Straße gelaufen bis auf die Höhe der Kanalböschung. Auf der Neumarkter Straße spazieren gehende Frauenspersonen sahen sich genötigt, wegen der Schamlosigkeit dieser rohen Burschen umzukehren. Solche Vorkommnisse an einem so frequenten Platze (nahe der Eisenbahn u. Staatsstraße) müssen Fremden und Einheimischen gegenüber den guten Ruf der Stadt arg schädigen.

Ich ersuche deshalb gegen solchen Unfug die Polizeiorgane zum …………. Einschreiten zu veranlassen.“

Bitte der Lehrer Westermann und Steiner an den Stadtrat v. 23.07.1932

„In letzter Zeit wurde wiederholt darüber Klage geführt, daß Schüler der hiesigen Knabenschule im Freien baden. Auf das Unstatthafte ihres Tuns aufmerksam gemacht, gaben die Schüler fast durchweg zur Entschuldigung an, daß es ihren Eltern nicht möglich sei, den Betrag für eine Badekarte zum Besuch des städtischen Schwimmbades aufzubringen. Um nun den Schülern die Möglichkeit des Badens auch außerhalb der Schulzeit nicht zu nehmen, gestatten sich die ergebenst Unterzeichneten an den sehr verehrlichen Stadtrat die Bitte zu richten, es möchten für die Schüler der hiesigen Knabenvolkshauptschule verbilligte Dauerbadekarten ausgegeben werden.“

 

An ein Baden für Mädchen und jungen Frauen war zu dieser Zeit noch nicht zu denken.

Autor: Hubert Staudt