Ein Gelehrter von Weltruf aus Winterzhofen
Berching und seine Ortsteile haben im Laufe der Jahrhunderte bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht. Einer der international renommiertesten Söhne unserer Stadt ist der Theologe und Historiker Dr. Martin Grabmann. Geboren in der ländlichen Idylle von Winterzhofen, stieg er zu einem der einflussreichsten Gelehrten des 20. Jahrhunderts auf.
Herkunft und Ausbildung
Martin Grabmann erblickte am 5. Januar 1875 in Winterzhofen das Licht der Welt. Seine Wurzeln in der Oberpfalz prägten ihn zeitlebens; trotz seiner späteren Weltgewandtheit blieb er seiner Heimat stets verbunden. Nach dem Abitur in Eichstätt schlug er die geistliche Laufbahn ein und wurde 1898 zum Priester geweiht.
Doch sein Wissensdurst ging über die Seelsorge hinaus. Er vertiefte seine Studien in Rom, der Herzkammer der katholischen Gelehrsamkeit, wo er sich auf die Philosophie und Theologie des Mittelalters spezialisierte.
Der „Detektiv“ des Mittelalters
Was machte Grabmann so besonders? Er war kein Theoretiker, der nur in alten Büchern las – er war ein Entdecker. Grabmann bereiste ganz Europa, um in staubigen Archiven und Bibliotheken nach vergessenen Handschriften zu suchen.
Ehrungen und Vermächtnis
Für seine Arbeit erhielt Dr. Grabmann zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Aufnahme in verschiedene Akademien der Wissenschaften. Trotz dieser Ehrentitel blieb er in Fachkreisen für seine enorme Arbeitsdisziplin und seine Bescheidenheit bekannt.
Er verstarb am 9. Januar 1949 in Eichstätt. Sein wissenschaftliches Erbe lebt heute unter anderem im Grabmann-Institut an der Universität München weiter, das sich der Erforschung der mittelalterlichen Theologie und Philosophie widmet.
Lebendige Erinnerung in der Heimat
Die Verbundenheit zu seiner Heimat ist bis heute sichtbar. Um das Andenken an diesen bedeutenden Sohn der Stadt zu bewahren, wurde der Platz um die Stadtpfarrkirche nach ihm benannt. Eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus in Winterzhofen erinnert an den bedeutenden Theologen.