Gluck muss man haben!

In Erasbach in der Gemeinde Berching erblickte 1714 der Komponist und Opernreformator Christoph Willibald Gluck das Licht der Welt.

Dem berühmten Sohn der Stadt begegnet man in Berching auf vielfältige Weise: Im Museum macht die Ausstellung mit Multimedia-Präsentation Besucher mit Leben und Werk des Künstlers bekannt. Auf dem Gluck-Wanderweg folgt man seinen Spuren zwischen dem Gerburtsort Erasbach und Weidenwang, das den Komponisten 1871 mit einer Bronzebüste ehrte – bevor sich herausstellte, dass der berühmte Mann zwar in Weidenwang getauft, jedoch im Nachbarort geboren wurde. Zudem präsentieren Freilichtaufführungen und die Sommerkonzerte immer wieder Glucks Werke.

Die frühen Jahre

Der große Komponist wird als Sohn des Försters Alexander Gluck und seiner Frau Walburga in Erasbach geboren. Getauft wird er in der Pfarrkirche im benachbarten Weidenwang. Seine Eltern stammen aus dem oberpfälzischen Neustadt an der Waldnaab. Später zieht die Familie nach Böhmen, wo der Vater in die Dienste des Fürsten Lobkowitz tritt. Schon früh offenbart der junge Gluck großes musikalisches Talent, was zu Konflikten mit dem strengen Vater führt, der möchte, dass der Sohn in seine Fußstapfen tritt. Schließlich sieht Gluck sich gezwungen, sein Elternhaus zu verlassen, um in Zukunft ungehindert seiner Leidenschaft nachgehen zu können.

Die Reform der Oper

In Prag lernt Christoph Willibald Gluck die Oper kennen. Seine erste Anstellung erhält er in Wien. Ein Ruf führt ihn schließlich nach Mailand und dort erfährt er eine Ausbildung zum Opernkomponisten. Hier komponiert er mit 27 Jahren auch seine erste Oper. 1745 setzt Gluck seine Wanderjahre unter anderem als Mitglied der fahrenden Operntruppe Mingotti quer durch Europa fort: London, Hamburg, Kopenhagen lauten die Stationen. Er singt, spielt, dirigiert und komponiert. Wieder zurück in Wien heiratet Gluck 1750 Marianne, die Tochter des reichen Wiener Bankiers Perg. 1754 wird er kaiserlicher Hofkapellmeister in Wien. Der Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens – die Reform der Oper – stand allerdings noch bevor. Erst 1762 schaffte Gluck mit „Orpheus und Eurydike”, seiner ersten Oper neuen Stils, den endgültigen Durchbruch. Er revolutioniert mit seinen Werken die überladene, verkrustete italienische Barockoper.

60jährig zieht es ihn nach Paris, um mit seinem Reformwerk auch die französische Oper zu erfassen. Mit „Iphigenie in Aulis“ und „Iphigenie auf Tauris“ hat er riesigen Erfolg und feiert seine größten Triumphe. Eine Büste in der Pariser Oper erinnert noch heute an seine große Bedeutung. Seinen Lebensabend verbringt Gluck wieder in Wien, wo er mit 73 Jahren 1787 stirbt. Die große Bedeutung Glucks in der Musikwelt ist unbestritten und wirkt bis heute fort.