Pfarrkirche St. Lorenz

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Alte Berchinger Pfarrkirche St. Lorenz

Patrozinium 10. August

Baugeschichte: Bei der 883 sogenannten „capella“ dürfte es sich wohl um den Vorgängerbau der St. Lorenzkirche handeln. Diese wurde 1062 durch den Eichstätter Bischof Gundekar II. und um 1193 durch Bischof Otto geweiht. Auf das 11. Jahrhundert gehen die Langhausmauern zurück, währen der Turm in seiner heutigen Gestalt aus dem 13. Jahrhundert stammt. 1680-85 wurde durch Joh. Babtist Camesino das Langhaus zu einer Wandpfeilerkirche umgestaltet und gewölbt. Bei der Restaurierung 1868 wurden die Barockaltäre entfernt und durch neugotische ersetzt. Wichtigste Maßnahme der Renovierung 1946/47 war die Neugestaltung der Seitenaltäre, wobei auch der Hochaltar Veränderungen erfuhr.

Lage und Außenbau: St. Lorenz bildet den Mittelpunkt der Berchinger Vorstadt an beherrschender Stelle. Ihr mächtiger Turm öffnet sich im Obergeschoß auf allen Seiten in drei Klangarkaden. An der Nordseite des Turmes ist die Sakristei angebaut.

Am Westende der Kirche befindet sich ein angebauter Ölberg mit Zinnengiebel. Die etwa lebensgroßen Figuren Christi und dreier Apostel sowie das Relief im Hintergrund aus Sandstein („die Schergen steigen über den Zaun“) stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Ein Tympanon aus dem 13. Jahrhundert enthält ein Kreuz zwischen zwei Rosetten, ursprünglich war die Kirche bis 1860 vom Friedhof der Stadt umgeben.

Innenraum und Ausstattung: Der Innenraum befindet sich etwas unter dem Niveau des Bodens. Der Chor im Untergeschoß des Turmes besitzt ein gotisches Kreuzrippengewölbe, die Abmessungen der Kirche sind in der Länge 31.64 Meter und in der Breite 12,71 Meter. Der Hochaltar (ein spätgotischer Flügelaltar) birgt im Gehäuse von 1868 spätgotische, bemalte Schnitzarbeiten, in der Mitte eine beeindruckende Gruppe der Krönung Mariens und daneben kleinere Figuren von Laurentius und Stephanus. Beachtenswert ist in der Südseite des Altarraums das Fragment einer Sakramentsnische mit dem Haupt des Salvators aus der Spätzeit des 15. Jahrhunderts. An der Süd- und Nordseite des Altarraums befinden sich zwei zierliche Figuren-Grüppchen mit je sieben Nothelfern (Ende 16. Jahrhundert).

Die beiden Seitenaltäre beinalten je 4 schöne Bilder aus dem Leben und Wirken des Kirchen- und Stadtpatron Laurentius (um 1515). Sie stammen aus der Donauschule, die stimmungsvollen Hintergrundlandschaften könnten laut Fachleute ein Verweis auf den Meister der Alexanderschlacht, Albrecht Altdorfer, sein. Sie hinterlassen einen nachhaltig schönen Eindruck.

Weitere bedeutende Ausstattungsstücke: Ein eindrucksvolles Relief der Kreuztragung aus der Zeit um 1420/30, das früher im Mittleren Torturm angebracht war. Bemalte Flachreliefs und kunstvoll gestaltete Epitaphien, die bei der Renovierung 1980-82 von der Außenwand und dem Boden der Kirche an die Innenwände angebracht wurden, reichen bis in die Frühzeit des 13. Jahrhunderts zurück.

Orgel und Glocken: Die Johann-Michael-Bittner-Orgel wurde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) als historische Denkmalorgel eingestuft. Die Orgel wurde im Jahr 1850 vom Nürnberger Orgelbauer Johann Michael Bittner erbaut. Sie ist mit ihrem freistehenden Spieltisch mit Blickrichtung zum Altar, ihrer mechanischen Traktur und ihrem vollständig erhaltenen Balghaus mit einer Keilbalganlage und insgesamt drei originalen Keilbälgen eine Besonderheit unter den Denkmalorgeln im süddeutschen Raum. Die Orgel wurde von der Orgelbaufirma Sandtner aus Dillingen aufwendig restauriert. Die festliche Orgelwiederweihe fand am Sonntag, 25. September 2011 statt.

Die Berchinger Lorenzkirche besitzt ein wertvolles, historisches Dreier-Geläute mit den Schlagtönen fis', h' und g''. Die Glocken stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert und sind dem Kirchenpatron Laurentius, der Gottesmutter Maria und dem Heiligen Geist geweiht.


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Innenansicht
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Ölberg
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Orgelempore
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Epitaphien
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Hochaltar
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Aussenansicht