Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt

Kath. Stadtpfarrkirche Maria-Himmelfahrt in Berching

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Stadtpfarrkirche Mariä Aufnahme in den Himmel (Patrozinium 15. August)

Noch 1488 wird die heutige Pfarrkirche von Berching als „capella“ („Zu unserer lieben Frau“) bezeichnet. Durch verschiedene Stiftungen konnten im 16. Jahrhundert einige Erweiterungen der Kirche vorgenommen werden, mit der Weihe von drei neuen Altären 1519 erhält sie erstmals den Titel Liebfrauenkirche als „neue Pfarrkirche von Berching“ (bis zu diesem Zeitpunkt war Pfarrkirche von Berching St. Lorenz in der Vorstadt).

Das heutige Gesicht des Gotteshauses stammt aus den Jahren 1755 bis 1760. Wer die Pfarrkirche "Mariä Aufnahme in den Himmel" durch das Süd- oder Nordportal betritt, ist überrascht von der Weite und Helligkeit des Kirchenraumes. Es ist der Genialität des Eichstätter Hofbaumeisters Maurizio Pedetti (1719-99) zu verdanken, der eine Breitenentwicklung des Baues veranlasste.

Das Zentrum bildet der sechssäulige Hochaltar mit dem Tabernakel. Das Hochaltarbild zeigt die Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel (Willibald Wunderer 1779). Flankiert wird es von den beiden überlebensgroßen Figuren der Bistumspatrone Willibald und Walburga. Die beiden Seitenaltäre aus Holz vor den Freipfeilern der Kirche beherbergen rechts ein Altarbild mit den 14 Nothelfern (von W. Wunderer) flankiert durch Statuen von Anna und Joachim, links das Abendmahl flankiert von Johann Babtist und Moses. In den beiden Seitenkapellen kleinere Altäre mit Bildern von Chrysostomus Winck, in der nördlichen ein Altarblatt mit dem Hl. Josef, Antonius von Padua und Franz Xaver. In der südlichen Seitenkapelle eine Darstellung von Christus am Ölberg.

Fällt der Blick auf die Decke des Langhauses, befindet sich in der Mitte, eingerahmt von reichem Rocaille-Stuck, das große Deckenfresko von Johann Michael Baader von 1758. Es zeigt die "vier" Erdteile, die Maria huldigen. Im Chor befindet sich ein Marien-Monogramm, über der Orgelempore das Konzert der Engel mit König David.

Der Künstler Johann Michael Berg schuf 1757-58 die reichen Stukkaturen sowie den weiß getünchten Raum.

Volksaltar (mit Reliquien des Hl. Laurentius) und Ambo wurden zum 250jährigen Weihejubiläum 2011 durch den Eichstätter Bildhauer Günter Lang geschaffen. Vier Kalk-Quader symbolisieren in Kreuzform die vier Bücher des Neuen Testaments.

Von den wertvollen Epitaphien der Kirche kann man das wichtigste links vorne im Kirchenschiff bewundern, das Grabdenkmal des Propstes Georg Keller und seiner Gattin Helene Sauerzapf. Es ist ein Werk des berühmten Renaissance-Bildhauers Loy Hering (1484-1554).

Die Kanzel im Rokoko-Stil (gestaltet vom Eichstätter Hofbildhauer Mathias Seybold) wird getragen von den Symbolfiguren der 4 Evangelisten, darunter befindet sich der Taufstein von 1684. Kunstvoll geschnitzte Kirchenbänke, Beichtstühle und Zunftstangen aus dem 18. Jahrhundert runden das Bild der Kirche zu einer schönen Harmonie.

Das barocke Orgelgehäuse (vor 1760) beherbergt ein klangschönes Orgelwerk der Werkstätte Hubert Sandtner aus Dillingen mit 29 Registern (+Zimbelstern) von 1996. Vom Turm der Kirche mit achteckigem Spitzhelm und Klangarkaden aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, läuten 7 Bronzeglocken, die älteste Glocke stammt noch aus dem 14. Jahrhundert.

Die Berchinger Stadtpfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" gilt als der schönste Kirchenbau im Schaffen des Eichstätter Hofbaumeisters Maurizio Pedetti. Der Genialität des Baumeisters Pedetti, anstelle einer nicht möglichen Erweiterung nach Westen die Breitenentwicklung des Kirchenraumes zu veranlassen, erhebt die Kirche mit ihrer so gewonnenen originellen Grundriß- und Raumgestalt in ihrer Architektur weit über alle anderen Kirchen des 18. Jahrhunderts im Hochstift Eichstätt.


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Innenansicht